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Unternehmen \ Chronik zu 111 Jahren AWB \ »Drittes Reich« - Stunde Null \ Neuorganisation und Zerstörung
Über konkrete Auswirkungen der NS-Machtübernahme auf Verwaltung und Mitarbeiter von Straßenreinigung und Müllabfuhr schweigen sich die Verwaltungsberichte aus.
In den 30er Jahren kam es aber zur grundlegenden Neuorganisation der Müllabfuhr und -entsorgung. Noch bevor die Schließung der Müllverbrennungsanlage beschlossene Sache war, verabschiedete man sich von einem weiteren Großprojekt der 20er Jahre: 1933 war das Wechseltonnensystem zwar noch auf weitere Teile des Stadtgebiets ausgedehnt worden. Doch ab 1935 ging man allmählich wieder zum alten Tonnenumleersystem über. Hohe Kosten und logistische Probleme führten zu dieser Entscheidung.
Einige der durch die Umstellung entbehrlich gewordenen Elektrofahrzeuge erhielt die NS-Volkswohlfahrt zur Einsammlung der Küchenabfälle für die Schweinemast. Der Fuhrpark benötigte nun neue Abfuhrwagen. Angeschafft wurden zum Beispiel moderne Krupp-Müllwagen mit Förderschnecke. Mit der Einstellung der Müllverbrennung musste der Abfall nun auch wieder auf Kippen gefahren werden.
Während der Kriegsjahre 1939 bis 1945 herrschte starker Personalmangel auf Grund der zahlreichen Einberufungen zur Wehrmacht. Die alliierten Fliegerangriffe auf Köln erschwerten zudem eine geregelte Straßenreinigung und Müllabfuhr immer mehr.
Im März 1945 marschierten amerikanische Truppen in das linksrheinische Köln ein. Die deutschen Soldaten nahmen bei ihrem Rückzug die noch fahrbaren Wagen des Fuhrparks mit auf die rechte Rheinseite. Nach Kriegsende fand man einige Fahrzeuge in stark beschädigtem Zustand wieder. Von den 45 Müllwagen der Vorkriegszeit waren 1945 nur noch vier im Einsatz. Die Müllabfuhr musste mit Lastwagen oder sogar Pferdefuhrwagen durchgeführt werden. Außerdem konnten nur noch 25000 der einst 105000 Mülltonnen genutzt werden.