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Wiederaufbau und Wirtschaftswunder

In den ersten Jahren nach Kriegsende musste improvisiert werden. Ersatzteile für Fahrzeuge und Motoren gewann man durch Ausbau aus den Wagen, die nicht mehr zu reparieren waren. Besonders problematisch erwies sich der Mangel an geeigneten Arbeitskräften. Rund 200 Jugendliche wurden als »Dienstverpflichtete« eingesetzt, die aber zum größten Teil nach kurzer Beschäftigungsdauer wieder ausschieden.

Der Verwaltungsbericht für die Jahre 1945 bis 1947 stellte fest: »Da Ersatzfahrzeuge, die nötige Anzahl guter Besen und Schaufeln kaum zu beschaffen sind und auch die notwendigen Arbeitskräfte vom Arbeitsamt nicht zugewiesen werden können, konnte die Sauberkeit der Straßen wohl nach und nach verbessert, aber der Vorkriegsstand noch nicht erreicht werden.« Trümmergrundstücke dienten häufig als »wilde« Müllabladeplätze. Zudem hatte die Straßenreinigung noch lange damit zu kämpfen, dass an vielen Stellen die Straßendecke Beschädigungen aufwies.

Sechs Betriebsstellen waren völlig zerstört, weitere erheblich beschädigt. Ihr Wiederaufbau wurde in eigener Regie durchgeführt. 1948 konnten zehn Betriebsstellen wieder genutzt werden. In den 50er Jahren wurde der Fuhrpark ergänzt und modernisiert. So schaffte die Stadt 1953/54 eine selbstaufnehmende Kehrmaschine und zwei Flächenkehrmaschinen an. 1957 waren wieder 56 Spezialmüllwagen im Einsatz. Die durch den Krieg verursachten Engpässe wurden allmählich überwunden.

Das »Wirtschaftswunder« brachte bisher nicht bekannte Probleme: Müllabfuhr und Straßenreinigung wurden durch den wachsenden Autoverkehr zunehmend behindert. Mit der Konsumfreude stieg auch das Müllaufkommen wieder. Die Zeit, in der viele Dinge aus Not wieder verwertet wurden, ging zu Ende.

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