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Unternehmen \ Chronik zu 111 Jahren AWB \ Gründungsphase \ Die Frage der Müllentsorgung
Ende des 19. Jh. sah sich die Stadtverwaltung verstärkt mit dem Problem konfrontiert: Wohin auf Dauer mit dem Müll der Großstadt? Jahrhundertelang war der Müll von Landwirten der Umgebung als Düngemittel für ihre Felder abgenommen worden. Später ging man dazu über, den Müll außerhalb der Stadt in Kiesgruben zu kippen oder auf Abladeplätzen aufzuschichten.
Immer häufiger klagten die Bewohner, in deren Nähe sich die Kippen befanden, über Geruchsbelästigung und Ungeziefer. Diese unhygienischen Zustände ließen die Stadtverordneten erstmals 1897 darüber nachdenken, ob es möglich sei, »den Straßenkehricht dem Feuer oder Hitze auszusetzen, um Papier und auch einen Teil der widerlichen Stoffe, die im Kehricht enthalten seien, zu verbrennen«.
Zahlreiche Vorbilder für diese Entsorgungsart gab es in England. Hier war die erste Verbrennungsanlage 1876 in Betrieb gegangen. Als erste deutsche Stadt hatte Hamburg 1896 diese Methode in die Praxis umgesetzt. Um das für Köln beste System der Müllverbrennung zu finden, schickte man eine Abordnung zu einer Studienreise auf die Insel.
Die gewonnenen Erkenntnisse waren viel versprechend. Deshalb entschied die Stadt, eigene Verbrennungsversuche durchzuführen. Auf dem Gelände der städtischen Gasfabrik in Ehrenfeld wurden 1906 zwei Versuchszellen für Müllverbrennung in Betrieb genommen. Die Versuchsreihen wurden detailliert protokolliert.
1911 fasste die Verwaltung die gesammelten Ergebnisse in einer Denkschrift zusammen. Zwei Jahre später sprach man sich für die Einführung der Müllverbrennung in Köln aus. Doch der Erste Weltkrieg stoppte alle weiteren Überlegungen für mehrere Jahre.