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Die Straßenreinigung

Wie die Müllabfuhr führte man auch den größten Teil der Straßenreinigung seit 1890 nachts durch. So wollte man eine Behinderung des Verkehrs vermeiden. Die Hauptverkehrsstraßen wurden sechsmal, die übrigen Straßen dreimal wöchentlich gereinigt. Die Schicht der Straßenkehrer begann um 22 Uhr und endete um 7 Uhr. Arbeiter, drei Truppführer und ein Aufseher wurden im Gründungsjahr jede Nacht eingesetzt. Bei trockenem Wetter berieselte man die Fahrbahnflächen vor dem Kehren mit Wasser.

Tagsüber säuberten weitere Arbeiter zusätzlich die Straßenflächen vor den städtischen Grundstücken und die Marktplätze. Zudem sorgten jugendliche »Straßenwärter« im Alter von 14 bis 17 Jahren dafür, dass Verunreinigungen der Hauptverkehrsstraßen umgehend beseitigt wurden. Den Straßenkehricht sammelten sie in Handkarren, die in Sammelkästen bzw. Sammelgruben entleert wurden. Bei der nächtlichen Hauptreinigung der Straßen kamen schon im Gründungsjahr zwei Kehrmaschinen mit Walzen zum Einsatz, die von Pferden gezogen wurden. 1905 standen bereits 16 solcher Maschinen zur Verfügung.

Bis 1900 vergrößerte sich die Reinigungsfläche von 117000 auf über 1,5 Mio. Quadratmeter. Um 1900 wurden die Hauptverkehrsstraßen bis auf Sonntag täglich, die übrigen Straßen dreimal pro Woche nachts mit Kehrmaschinen gesäubert, letztere zusätzlich an den restlichen Tagen mit Handbesen.

Eine weitere Vereinfachung der Straßenreinigung bedeutete die Anschaffung des ersten batteriebetriebenen »Elektromobil-Vorspannwagens« im Jahr 1913. Ein Jahr später erhielt der Fuhrpark zwei weitere. An diese konnten Kehrmaschinen, aber auch Spreng- oder Abfuhrwagen gehängt werden, weswegen man sie »elektrisches Pferd« nannte.

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