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Unternehmen \ Chronik zu 111 Jahren AWB \ Gründungsphase \ Staubfreie Müllabfuhr
Im Gründungsjahr des städtischen Reinigungswesens fuhren die Arbeiter den Hausmüll von insgesamt 2289 Grundstücken ab. Ein großes hygienisches Problem bei der Müllabfuhr war die Staubentwicklung, die beim Umschütten des Abfalls aus den Müllgefäßen in den Müllwagen entstand. Um die Belästigung der Anwohner so gering wie möglich zu halten, verlegte die Stadtverwaltung die Abfuhrzeiten in die Nachtstunden.
Die Müllabfuhr holte den Abfall täglich aus allen Häusern ab. Die Hausbewohner hatten die Müllgefäße kurz vor 22 Uhr auf den Bürgersteig zu stellen. Bis 7 Uhr morgens mussten sie wieder vom Straßenrand entfernt werden.
Trotz der Umstellung auf die Nachtabfuhr blieb die Staubentwicklung weiterhin ein Thema. Neue Erkenntnisse in der Gesundheitslehre führten schließlich zu der Forderung nach einer weitgehend staubfreien Müllabfuhr.
1897 führte man deshalb einen neu konstruierten »Kehrichtwagen« unter der Bezeichnung »Salubrità« ein. Der geschlossene Wagen besaß seitliche Einfüllvorrichtungen mit selbsttätigen Klappen. Diese öffneten sich nur beim Entleeren der Gefäße. Dies verhinderte das Entweichen von Staub. Um 1905 waren bereits über 160 dieser Kastenwagen im Einsatz. Wirklich funktionieren konnte die staubfreie Müllentsorgung allerdings nur dann, wenn auch entsprechende Müllbehälter benutzt wurden. Es war bisher üblich gewesen, die unterschiedlichsten Behältnisse zu verwenden: offene Kisten, Eimer und sogar Säcke.
1897 verfügte eine Polizeiverordnung, dass die Müllbehälter aus Metall und mit einem fest schließenden, von dem Kasten nicht zu trennenden Deckel versehen sein mussten. Sie sollten Handgriffe oder Bügel besitzen. Außerdem durften sie nur so schwer sein, dass sie ein Mann »bequem heben und in den Abfuhrwagen entleeren kann«.