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Die sauberen Franzosen

Zweimal übernahmen die Franzosen im 18. Jh. das Zepter in Köln. Als sie im Verlauf des Siebenjährigen Krieges (1756-63) die Domstadt besetzten, scheinen sie von den hygienischen Zuständen entsetzt gewesen zu sein. Um sich vor dem Gestank in den Gassen zu schützen, sollen sich die Offiziere mit Eau de Cologne getränkte Tücher vor ihr Gesicht gehalten haben. 1761 erließ die Besatzungsmacht eine Verordnung, die feste Kehrzeiten und einen geregelten Müllabtransport vorschrieb.

Die zahlreichen Beschwerden des Kommandanten zeigen aber, dass die Verordnung nur schwer durchzusetzen war. Später haben sich die alten Zustände schnell wieder eingeschlichen. Reisende beschreiben die freie Reichsstadt als eine unansehnliche und heruntergekommene Stadt:
»In vielen Gassen liegt zu beiden Seiten der Mist vor den Häusern.«
Nach der Französischen Revolution besetzten die Franzosen Köln im Oktober 1794 ein zweites Mal - diesmal für rund 20 Jahre. Unter dem Motto »Freiheit - Gleichheit - Brüderlichkeit« gingen sie daran, die Verhältnisse in Köln grundlegend neu zu ordnen. Dazu gehörte auch die Stadtreinigung.

Am 19. Dezember 1801 trat ein zweisprachiges »Règlement« in Kraft:

» Art. I.: Die hiesigen Einwohner sind verpflichtet, die Straßen vor ihren Häusern oder ihren Besitzungen bis auf die Mitte der Hauptstraße zu reinigen und zu kehren und den Kot an den Häusern aufzuhäufen, um das Wegholen zu erleichtern. (...)

Art. III.: Die Unreinlichkeiten aus dem Innern der Häuser müssen in Körbe geworfen und in die Karren getragen werden, die zum Wegholen derselben bestimmt sind.« Für den Abtransport des »aufgehäuften Straßenkots« und der »Unreinlichkeiten« aus den Häusern beauftragte die Stadt einen privaten Fuhrunternehmer. Er hatte für den Weiterverkauf des Mülls, zum Beispiel als Dünger in der Landwirtschaft, zu sorgen.

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