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Unternehmen \ Chronik zu 111 Jahren AWB \ Wohlstandsgesellschaft \ Die Mitarbeiter und ihr tägliches Geschäft
Der Einsatz moderner Maschinen und neuester Technik spielte seit Beginn des städtischen Reinigungsbetriebs 1890 eine große Rolle. Doch eine genauso große Bedeutung kam immer schon dem Engagement der Mitarbeiter zu.
Die nächtliche Straßenreinigung und Müllabfuhr ist zwar nicht mehr die Regel, aber die Schicht beginnt für die Arbeiter der Stadtreinigung häufig frühmorgens. Und die Arbeit bei Müllabfuhr, Straßenreinigung oder in den Werkstätten bedeutet trotz des technischen Fortschritts immer noch eine erhebliche körperliche Beanspruchung. In der Nachkriegszeit herrschte Arbeitskräftemangel, da viele ehemalige Mitarbeiter gefallen oder noch nicht aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekommen waren. Man setzte Jugendliche als »kurzfristig Dienstverpflichtete« ein, um die größten Engpässe überwinden zu können.
Ende der 50er Jahre, auf dem Höhepunkt des »Wirtschaftswunders«, war es wieder schwer, in ausreichendem Umfang Arbeitskräfte zu bekommen. Deshalb stellte man 1959/60 die ersten »Gastarbeiter« ein, die aus Italien kamen. Für sie wurden Unterkünfte auf dem Gelände der Betriebsstelle Jennerstraße errichtet. Trotzdem blieben 1961 rund 100 Planstellen unbesetzt. 1962 beschäftigte man erstmals Gastarbeiter türkischer Nationalität. 1964 waren von den rund 1200 beim Stadtreinigungs- und Fuhramt beschäftigten Arbeitern 385 ausländischer Herkunft.
Anfang der 70er Jahre erhielten die Müllwerker und Straßenkehrer statt der grauen Arbeitskleidung, über die später auch auffällige Schutzwesten getragen wurden, orangefarbige Arbeitskleidung. So sind sie im zunehmenden Straßenverkehr besser zu erkennen. Und Anfang der 90er Jahre sah man auch die ersten Frauen bei der Straßenreinigung.